Gottesdienst am Pfingstmontag

Ökumenisch und interaktiv


Den Pfingstmontag feiern Krifteler Kirchengemeinden seit Jahren ökumenisch – am liebsten mit einem fröhlichen Familiengottesdienst unter freiem Himmel und mit anschließendem gemütlichem Beisammensein. Aber in diesem Jahr ist alles anders. Wir haben inzwischen gelernt, uns zum Gottesdienst anzumelden statt spontan zu erscheinen, statt mit einem Händedruck mit freundlichem Lächeln oder Winken begrüßt zu werden, und in die Hände gibt es statt des Gesangbuchs Desinfektionsspray. Wir tragen brav einen Mundschutz und bleiben auf Abstand, wir lassen Frau Neitsov-Mauer die Lieder nicht nur spielen, sondern auch alleine singen. Und das alles sollte am Pfingstmontag sogar ökumenisch vonstatten gehen – und es hat geklappt!

Unser ökumenischer Gottesdienst war als Sublan-Gottesdienst gestaltet. Auch das haben wir mittlerweile kennen und schätzen gelernt: einen Gottesdienst, den man im Internet nicht nur verfolgen kann, sondern an dem man mit Grüßen, Fragen und Gebetsanliegen teilnehmen kann – wenn man das möchte. So konnte dieses Mal unser Pfarrer Rasmus Bertram zusammen mit Bettina Fritz und Ralph Messer, Gemeindereferenten der katholischen St. Vitus-Gemeinde, Gottesdienstteilnehmer nicht nur in der Kirche, sondern über das Internet auch in ganz Kriftel und darüber hinaus in ganz Deutschland begrüßen – sofern diese den Mut hatten, Grüße in das dafür vorgesehene Schriftfeld zu tippen. Unzählige werden das nicht getan und einfach nur zugeschaut haben – auch das gehört dazu.

 

Ökumene am Pfingstmontag: Pfarrer Rasmus Bertram (M.) und die Gemeindereferenten Bettina Fritz und Ralph Messer (Foto: Stephan Frisch)



Thema des Gottesdienstes – wie könnte es an Pfingsten anders sein – war der Heilige Geist. Pfarrer Bertram schilderte ihn als Geschenk, das uns zusammenführt über Unterschiede hinweg, Frau Fritz konnte sogar von einem Erlebnis in Taizé berichten, wo Leute vieler Nationen sich ohne Sprachbarrieren miteinander verstanden. Anschließend gab es die Möglichkeit, über das Smartphone, das Tablet oder den Computer Fragen zum Thema an die Geistlichen zu stellen. Keine einfache Aufgabe, unvorbereitet schwierige Fragen, kontroverse Meinungen und Vorschläge zu beantworten, aber von Bettina Fritz und Rasmus Bertram stets einfühlsam gelöst.

Ins Fürbittegebet wurden dann noch zugemailte Gebetsanliegen eingefügt – teils sehr persönliche Bitten, teils solche zur allgemeinen Situation. Wie gewohnt schlossen Vaterunser und Segen auch diesen doppelt ungewöhnlichen Gottesdienst ab.

Nachdenklich und um eine Erfahrung reicher ging man nach Hause. Ja, auch so kann Gemeindeleben aussehen – aber wir hoffen doch alle, uns bald wieder unmaskiert zu treffen und miteinander singen zu dürfen!

Edith Volp


Quelle: Auferstehungs-Mosaik, Ausgabe 2/2020

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