Reformationstag 2017 - Ökumenischer Gottesdienst


Ökumenisches Gruppenbild

am Reformationstag, v.l.: Gemeindereferentin Bettina Fritz, Pfarrer Rasmus Bertram, Pastor Artur Wiebe, Christa Sommerer und Pfarrerin Carmen Schneider (Foto: Willi Meyer)

Zehn Jahre lang hat sich die evangelische Christenheit – und nicht nur sie – in zunehmendem Maße mit der Bedeutung der Reformation beschäftigt. Der gesetzlich verordnete Feiertag am 31. Oktober 2017 zum 500-jährigen Jubiläum von Luthers Thesenanschlag in Wittenberg sollte den Höhepunkt der Feierlichkeiten bilden, und das tat er auch für die Krifteler Gemeinden. Sie hatten sich am Abend dieses besonderen Reformationstages zu einem ökumenischen Gottesdienst in der Auferstehungskirche eingefunden. Voll besetzt war die Kirche, als Christa Sommerer als Vorsitzende des Kirchenvorstandes mit den vier Geistlichen – „unsere“ Pfarrerin Carmen Schneider, „unser“ Pfarrer Rasmus Bertram, Bettina Fritz, Gemeindereferentin der katholischen St-Vitus-Gemeinde und Pastor Artur Wiebe von der Freien evangelischen Gemeinde – einzogen.

 

Kantatenmusik von Johann Sebastian Bach

im Gottesdienst am Reformationstag (Foto: Willi Meyer)

Und gleich erklang die wunderbare Musik Johann Sebastian Bachs, die Kantate 147, die uns Kristel Neitsov-Mauer im Herbst-Gemeindebrief ausführlich vorgestellt und erläutert hat: „Herz und Mund und Tat und Leben muss von Christo Zeugnis geben.“ Diese Kantate begleitete den gesamten Gottesdienst. Dafür war unser Singkreis durch Sänger und Sängerinnen der Eppsteiner Gruppe „Vox Vallis“ zum Kantaten-Chor vergrößert worden, begleitet von sieben Instrumentalisten (Judith Herrmann am Cembalo und Piano sowie sechs excellenten nebenberuflichen Musikern aus Lorsbach) und der Sopranistin Katja Löffler. Sie alle brachten mit und unter der Leitung von Kristel Neitsov-Mauer Bachs Musik virtuos und erhebend zu Gehör.

Zwischen den Sätzen der Kantate kamen in Begrüßung, Schriftlesung, Ansprachen und Predigt die vier Geistlichen zu Wort: Da war oft von der Freiheit, zu der uns Gott befreit hat, vom Leben aus seiner Gnade und mit seinem Geist die Rede. Es ging aber auch um das Verhältnis zwischen den Kirchen, das in den letzten Jahrzehnten gute und wichtige Fortschritte gemacht hat und weiter im Hinblick auf Gemeinsamkeiten ausgebaut und im Hinblick auf Trennendes zu Toleranz und Verständnis führen soll. Ein wichtiges Thema war auch das Verhältnis der Gläubigen zur Gesellschaft, wo die oft zu bemerkende Schweigsamkeit von Offenheit und Bekenntnis abgelöst werden sollte.

Dieser festliche Gottesdienst war unbestritten der Höhepunkt der Reforma-tions-Feierlichkeiten – der Abschluss war er nicht. Ein festlicher Dekanats-gottesdienst in Hofheim und ein Vortrag am Buß-und Bettag stehen noch aus – leider nach Redaktionsschluss unseres Gemeindebriefs. Und dann gilt, was bei aller Betrachtung der Reformationsgeschichte und auch in den Ansprachen beim Festgottesdienst immer wieder zum Ausdruck kam: Die Reformation ist mit dem Jubiläum nicht abgeschlossen – sie ist ein Prozess, der weitergeht: in uns, in der Gemeinde, in der Kirche.

 

Edith Volp


Quelle: Gemeindebrief der Evang. Auferstehungsgemeinde Kriftel, Ausgabe Winter 2017/18

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