Predigt zum letzten Sonntag nach Epiphanias

von Pfarrerin Carmen Schneider

(eingestellt am 2. Februar 2021)

[Teil 1] - [Teil 2]


Liebe Schwestern und Brüder,


Carmen Schneider

Pfarrerin der Evangelischen Auferstehungsgemeinde Kriftel

mit dem heutigen Sonntag endet die Epiphaniaszeit. In den Liedern und Texten dieser Zeit geht es besonders um die Metapher vom Licht, was die Finsternis erhellt.

Den Januar finde ich in unseren Breiten besonders trübe und wenig einladend. In diesem Jahr war er besonders trostlos. Es gab keine Abwechslung durch Restaurantbesuche, keine Konzerte und kein Theater, keine Treffen in fröhlicher Racletterunde, kein Urlaub im Schnee - noch nicht einmal auf den nahen Feldberg in den Schnee dürfen wir (weil sich die Leute da in Scharen hinbewegt hatten). In diesem Jahr empfand ich das Thema Licht an den Sonntagen daher als besonders tröstlich und wohltuend. Es gibt dabei Bibelverse und Lieder, die mich durch meinen Alltag begleiten.

 

"Christus, dein Licht"

Das Lied „Christus, dein Licht“ aus Taizé ist für mich zu solch einem geistlichen Wort geworden. Es leuchtet auch in den Dunkelheiten unseres Lebens.

„Christus, dein Licht, verklärt unsre Schatten.
Lasse nicht zu, dass das Dunkel zu uns spricht.
Christus, dein Licht, erstrahlt auf der Erde.
Und du sagst uns, auch ihr seid das Licht“.


Wir kommen immer mal wieder in Situationen, da geraten wir in die Grauzonen zwischen Licht und Schatten. Wenn wir nicht einschlafen können, weil unsere Gedanken in uns Programmkino spielen. Wenn Angst und Sorgen uns im Griff haben. Wenn wir unruhig oder zornig über erlittenes Unrecht werden. Wenn uns die Mutlosigkeit angesichts eines ungewissen Morgens überkommt. Da tut es gut, sich eines solchen Satzes zu erinnern: „Christus, dein Licht, verklärt unsre Schatten. Lasse nicht zu, dass das Dunkel zu uns spricht“.

Die "Verklärung" Jesu (Matthäus 17, 1-9)

In den Evangelien findet sich ein Ereignis, auf das gehen die Worte dieses Liedes zurück. Es ist die Verklärung Jesu. Wir haben die Geschichte in der Lesung gehört. Jesus führt die Jünger Petrus, Jakobus und Johannes auf einen Berg. Dort erleben die drei, dass Jesus in überirdisches Licht getaucht wird. Sie hören eine Stimme vom Himmel: „Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.“ Diese Erfahrung prägt von nun an das Leben der drei Jünger. Sie erleben an sich, welche Strahlkraft das Licht hat, das von Jesus ausgeht. Wie es alle Zweifel und Schatten der Jünger erhellen kann. Um die Verklärung Jesu im Hintergrund und seine Bedeutung geht es auch in dem Predigttext für heute.

2. Petrus 1, 16-21

16 Denn wir sind nicht ausgeklügelten Fabeln gefolgt, als wir euch kundgetan haben die Kraft und das Kommen unseres Herrn Jesus Christus; sondern wir haben seine Herrlichkeit mit eigenen Augen gesehen.
17 Denn er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Preis durch eine Stimme, die zu ihm kam von der großen Herrlichkeit: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.
18 Und diese Stimme haben wir gehört vom Himmel kommen, als wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge.
19 Umso fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in euren Herzen.
20 Und das sollt ihr vor allem wissen, dass keine Weissagung in der Schrift aus eigener Auslegung geschieht.
21 Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht worden, sondern getrieben vom Heiligen Geist haben Menschen in Gottes Auftrag geredet.


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