Predigt zum Karfreitag

von Pfarrerin Carmen Schneider

(eingestellt am 9. April 2020)

[Predigt, Teil 1] - [Predigt, Teil 2] - [Predigt, Teil 3] - [Ostergruß]


Johannesevangelium Kapitel 19, 16b - 30


Sie nahmen ihn aber und er trug selber das Kreuz und ging hinaus zur Stätte, die da heißt Schädelstätte, auf Hebräisch Golgatha.

Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere zu beiden Seiten, Jesus aber in der Mitte. Pilatus aber schrieb eine Aufschrift und setzte sie auf das Kreuz; und es war geschrieben: Jesus von Nazareth, der Juden König. Diese Aufschrift lasen viele Juden, denn die Stätte, wo Jesus gekreuzigt wurde, war nahe bei der Stadt. Und es war geschrieben in hebräischer, lateinischer und griechischer Sprache.

Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilatus:
Schreibe nicht:
Der Juden König, sondern dass er gesagt hat: Ich bin der Juden König.
Pilatus antwortete:
Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben.

Die Soldaten aber, da sie Jesus gekreuzigt hatten, nahmen seine Kleider und machten vier Teile, für jeden Soldaten einen Teil, dazu auch den Rock. Der aber war ungenäht, von oben an gewebt in einem Stück. Da sprachen sie untereinander: Lasst uns den nicht zerteilen, sondern darum losen, wem er gehören soll. So sollte die Schrift erfüllt werden, die sagt (Psalm 22,19): »Sie haben meine Kleider unter sich geteilt und haben über mein Gewand das Los geworfen.« Das taten die Soldaten. Es standen aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, die Frau des Klopas, und Maria Magdalena. Als nun Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, das ist dein Sohn! Danach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. Danach, als Jesus wusste, dass schon alles vollbracht war, spricht er, damit die Schrift erfüllt würde: Mich dürstet. Da stand ein Gefäß voll Essig. Sie aber füllten einen Schwamm mit Essig und legten ihn um einen Ysop und hielten ihm den an den Mund. Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht.

Er neigte das Haupt und verschied.

(Aus: Lutherbibel 2017)


Carmen Schneider

Pfarrerin der Evangelischen Auferstehungsgemeinde Kriftel

Eine meisterhafte Darstellung der Kreuzigungsszene ist die des Isenheimer Altars. Von einem Künstler gestaltet, den wir als Matthias Grünewald kennen. Vielleicht waren Sie schon im Museum Unterlinden, wo diese Szene zu sehen ist?

Am Bildrand rechts steht ein Mann in rotem Umhang. Es ist Johannes der Täufer. Er weist mit einer Hand hin zu dem Gekreuzigten in der Mitte des Bildes. Johannes gilt als der Vorläufer von Jesus. Soll dieser Fingerzeig heißen, dass Gott mit Jesus Neues mit uns Menschen vorhat? „Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber“ schreibt der Apostel Paulus im 2. Brief an die Korinther.

In diesem Menschen am Kreuz war und ist Gott! Das ist doch eine ungeheure und fast unfassbare Vorstellung. Im schlimmsten Leiden ist Gott dabei.
Wie groß und häßlich Leiden sein kann, zeigt die Darstellung des Gekreuzigten. Die Hände vor Schmerz verkrampft. Der Körper ausgemergelt und voller Wunden.

 


weiter »


» Andachten/Predigten/Gottesdienste
» Startseite